Viele Anleger kennen das Problem: Gespräche über Geld werden schnell komplex – und am Ende bleibt oft unklar, warum ein Portfolio genau so aufgebaut ist, welche Annahmen dahinterstehen und wie Anlageentscheidungen nachvollziehbar zustande kommen.
Genau hier setzt ein regelbasierter Ansatz an. Im ersten Schritt wird die strategische Asset Allocation (SAA) definiert – sie legt langfristig fest, wie viel Risiko eingegangen wird und wie das Vermögen über Anlageklassen und Regionen verteilt ist. Sie ist der wichtigste Rendite- und Risikotreiber eines Portfolios.
Erst im zweiten Schritt erfolgt die Umsetzung der SAA – zum Beispiel mit ETFs. Produkte sind dabei Mittel zum Zweck, nicht der Ausgangspunkt der Entscheidung.
Der hier vorgestellte strukturierte Prompt dient in diesem Prozess als Bauplan: Er trennt SAA und ETF-Umsetzung sauber, macht Annahmen transparent und dokumentiert Entscheidungen nachvollziehbar.
Der folgende Beispiel-Prompt beschreibt einen regelbasierten Rahmen zur Konstruktion eines breit diversifizierten, renditeorientierten und rein ETF-basierten Portfolios. Die zentralen Parameter und Entscheidungsregeln sind dabei explizit festgelegt:
- Zielparameter (z. B. Renditeorientierung, Risikoprofil, Anlagehorizont, Aktienquote)
- zulässige Anlageklassen (z. B. Cash, Bonds, Aktien nach Regionen, Rohstoffe, Immobilien, Crypto)
- Umsetzungsrestriktionen (z. B. nur ETFs, nur bestimmte Börsenplätze, maximale Anzahl Positionen)
- Ausgabeformat (Tabellen, Kennzahlen, Begründungen – reproduzierbar und vergleichbar)
So entsteht ein Portfolio nicht "nach Gefühl", sondern als Ergebnis eines konsistenten Entscheidungsprozesses, der sich wiederholen, prüfen und verbessern lässt.
Warum das sinnvoll ist
Ein guter Prompt wirkt wie ein Investment-Playbook:
- Vergleichbarkeit: Verschiedene Modelle (z. B. unterschiedliche Aktienquoten oder Regionenmix) können einfach verglichen werden.
- Transparenz: Vorgaben, Restriktionen, Annahmen und Regeln sind sichtbar.
- Konsistenz: Gleiche Eingaben führen zu gleichartigen Ergebnissen (weniger Zufall, weniger Bias).
- Effizienz: Strategische Asset Allocation und Umsetzung werden strukturiert erarbeitet – ohne Prosa und Produktverkauf.
Der Prompt ist bewusst anpassbar
Der Prompt kann und sollte entsprechend den individuellen Präferenzen – unten im Promt in eckigen Klammern[] – angepasst werden, beispielsweise hinsichtlich :
- Referenzwährung (z. B. CHF, EUR, USD)
- Risikoappetit und Anlagehorizont (z. B. 10+ Jahre, hoher Risikoappetit)
- Aktienquote (z. B. 75–95% oder defensiver)
- zulässige Anlageklassen (z. B. ohne Immobilien / Crypto, mit ESG-Vorgaben)
- Handelsplätze zur Umsetzung (z. B. SIX, Xetra, LSE)
Gerade dieser Punkt ist entscheidend:
Es ist deutlich sinnvoller, mehrere Portfolio-Varianten mit klar definierten Regeln zu entwickeln und systematisch miteinander zu vergleichen, als sich auf ein einziges "One-Size-Fits-All"-Modell zu verlassen.
Dasselbe gilt für den Einsatz von KI:
Auch hier lohnt es sich, verschiedene KI Modelle parallel zu nutzen und die resultierenden Outputs bewusst zu vergleichen. Unterschiede in Struktur, Annahmen, Gewichtungen und Schlussfolgerungen machen implizite Biases sichtbar und erhöhen die Qualität der finalen Entscheidung.
Erst der Vergleich mehrerer regelbasierter Varianten auf Portfolio- und Modellebene schafft Transparenz, Robustheit und Vertrauen in den Entscheidungsprozess.
Der Ansatz ist vergleichbar mit dem strukturierten Vergleich der Angebote mehrerer Banken bzw. Vermögensverwalter auf Basis identischer Kriterien.
Wofür KI hier verwendet wird – und wofür nicht
KI wird hier nicht für Prognosen, Market-Timing oder Meinungen eingesetzt. Der Fokus liegt auf:
- der konsistenten Ableitung einer strategischen Asset Allocation aus vorgegebenen Parametern
- der strukturierten Umsetzung mit ETFs
- einer klaren Darstellung (Gewichte, Begründungen, Restriktionen, Umsetzungsdetails)
Hinweis: Dies stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Der Promt :
Rolle:
Du agierst als unabhängiger Portfolio-Stratege auf CFA-Niveau.
Ziel:
Erstelle ein breit diversifiziertes, renditeorientiertes Referenzportfolio (Strategische Asset Allocation und deren Umsetzung) für einen Investor mit
- Basiswährung [CHF]
- Risikoappetit [hoch]
- Anlagehorizont [≥10 Jahre].
- Aktienquote zwischen [75–95%]
Zulässige Anlageklassen:
- Cash / Money Market
- Bonds
- Aktien nach Regionen: USA, Europa (ex CH), Schweiz (CH), Japan, Emerging Markets (EM)
- Rohstoffe / Edelmetalle
- Immobilien (REITs/Listed Real Estate)
- Crypto Assets
Vorgaben/Restriktionen:
1) Zielgewichte müssen in Summe genau 100% ergeben.
2) Verwende ausschliesslich ETFs zur Umsetzung.
3) Bevorzuge ETFs, die an folgendem Handelsplatz handelbar sind: [SIX Swiss Exchange].
Falls nicht möglich: nenne die nächstbeste Alternative und begründe die Ausnahme.
4) Verwende möglichst wenige ETFs. Ziel: [8–12] Positionen total, ohne Diversifikation unnötig zu opfern.
5) Achte auf Kosteneffizienz (TER) und Diversifikation.
6) Keine Prognosen, kein Market-Timing, keine kurzfristigen Marktaussichten.
7) Entscheide regelbasiert (Diversifikation, Risikokontrolle, Kosten, Umsetzbarkeit).
8) Gehe explizit auf einen Schweizer Home Bias ein und erkläre, ob er gerechtfertigt ist oder begrenzt werden sollte.
9) Lege klar dar, ob eine Währungsabsicherung verwendet werden soll, wo sie eingesetzt werden soll und warum.
10) Falls sinnvoll, führe einen Look-through der gewählten ETFs durch, um zugrunde liegende Exposures zu beurteilen, insbesondere wenn breite Marktindizes (z. B. globale Aktienindizes) für die Asset Allocation verwendet werden. Falls relevant, füge nach Tabelle 1 eine Look-through-Asset-Allocation-Übersicht ein, um die zugrunde liegenden Exposures abzubilden.
11) Treffe sinnvolle Standardannahmen, falls Informationen fehlen. Keine Scheinpräzision: wenn etwas unsicher ist, transparent kennzeichnen.
Ausgabeformat:
A) Tabelle 1: Zielallokation
Spalten: Anlageklasse | Zielgewicht | Zweck/Rolle im Portfolio (1–2 Sätze)
B) Tabelle 2: Umsetzung mit ETFs (pro Position)
Spalten: Anlageklasse | Zielgewicht | ETF-Name | ISIN | Ticker (Börse) | TER | Domizil | Replikation | Ausschüttung/Thesaurierung | Anteilsklassenwährung |Kurzkommentar (1 Satz: warum dieser ETF, Liquidität/Tracking/Passung)
C) Kurze Zusammenfassung (ca. 10 Bullet Points) mit den wichtigsten Annahmen und Design-Entscheiden, z. B.:
- Aktienquote, Regionalmix, Klumpenrisiken (Top-Regionen)
- Währungsabsicherung (ja/nein, wo und warum)
- Home Bias
- Bewusst ausgeschlossene Anlageklassen
- Rohstoffe / Edelmetalle Allokation
- Immobilien (ja/nein und warum)
- Crypto Assets (ja/nein und warum)
D) Konsolidierte Währungsübersicht des Gesamtportfolios (nach Hedging)
E) Die zehn größten Aktienpositionen (Look-through) und deren Gewicht
F) Rebalancing-Konzept (Trigger, Frequenz, Bandbreiten)
G) Kostenschätzung (gewichtete TER grob)
Abschluss:
Füge am Ende der Antwort einen Anlagehinweis nach anerkannten Best-Practice-Standards hinzu.