Pressematerial · BICon · Vaduz
Logbuch: Vier Monate, vier Systeme
Zwischen April und August 2026 hat ein Berater mit dreissig Jahren Berufserfahrung und ohne Entwicklerteam vier Systeme gebaut: eine mandantenfähige B2B-Plattform, eine umfangreiche Investmentanwendung und zwei kleinere Systeme. Was das über die Verschiebung des Engpasses in der Softwareentwicklung sagt, und welche Rechnungen dadurch nicht mehr aufgehen.
Offenlegung: An der Plattform BICon Portfolio Steering (bicon.digital) bestehen kommerzielle Interessen — sie wird verkauft. Investment Decision Lab, Portfolio Prompt Builder und „Warum so investieren“ werden nicht kommerziell verwertet; sie sind frei zugänglich, dienen der Veranschaulichung und der Wissensvermittlung und stehen hier als Beleg für Bauweise und Umfang.
Zwischen April und August 2026 hat Volkmar Ritter, Business- und IT-Berater in Vaduz mit dreissig Jahren Berufserfahrung und ohne Hintergrund als Softwareentwickler, mithilfe von KI-Agenten und ohne Entwicklerteam vier Systeme gebaut: eine mandantenfähige B2B-Plattform, eine umfangreiche Investmentanwendung und zwei kleinere Anwendungen.
Ausgezählt wurden 192 643 Zeilen Anwendungscode, 50 765 Zeilen Testcode und mindestens 2 563 Testfälle. Klassisch wäre ein vergleichbares Vorhaben mit 0,6 bis 1,3 Millionen Euro sowie neun bis fünfzehn Monaten Teamarbeit veranschlagt worden. Die erste getestete und integrierte Fassung stand nach einer Woche, der heutige Funktionsumfang nach zwei Monaten.
Eines der vier Systeme, die Plattform BICon Portfolio Steering (bicon.digital), ist kommerziell ausgerichtet; die drei anderen sind nicht-kommerzielle Anwendungen.
Nächster öffentlicher Auftritt: 17. September 2026, Universität Liechtenstein, IT Crowd Club.
Vier Systeme, eine Person
| System | Anwendungscode | Testcode | Testfälle |
|---|---|---|---|
| Investment Decision Lab | 93 708378 Dateien | 27 17791 Dateien · 29 % | 1 175 |
| Portfolio Prompt Builder | 4 517 | 2 83363 % | 103 |
| Warum so investierenReise mit dem Prompt Builder | 3 7503 Dateien | 5462 Dateien · 15 % | — |
| BICon Portfolio Steeringbicon.digital | 90 668316 Dateien | 20 209112 Dateien · 22 % | 1 285 |
| Zusammen | 192 643 | 50 76526 % | 2 563 |
Balkenlänge im Verhältnis zu den 243 408 Zeilen insgesamt. Das Verhältnis von Test- zu Anwendungscode liegt über alle vier Systeme bei 26 Prozent — jener Posten, der in handgeschriebenen Projekten als Erstes gestrichen wird, wenn der Termin drückt.
Alle Zeilen- und Dateizahlen sind ausgezählt. Der mit KI-Agenten geschriebene Code ist darin vollständig enthalten — er ist der Gegenstand dieser Aufstellung. Nicht mitgezählt sind ausschliesslich Dateien, die ein Codegenerator automatisch aus einer Spezifikation erzeugt und bei jedem Build neu schreibt: bei BICon Portfolio Steering die aus der OpenAPI-Spezifikation abgeleiteten Client- und Schemadateien, Typdeklarationen und Vorlagenmanifeste. Gezählt ist also alles, was jemand — Mensch oder Agent — als Quelltext verantwortet hat. Für „Warum so investieren“ liegt keine Auszählung der einzelnen Testfälle vor; der Testcode selbst ist gezählt.
Die Kosten- und Dauerangaben oben sind keine Messung, sondern eine eigene Schätzung auf Grundlage von Angeboten, wie sie für vergleichbare Projekte üblich waren. Angenommen sind ein Nearshore-Team von vier Personen — Entwicklung, technische Analyse, Test und anteilig Architektur — über neun bis fünfzehn Monate zu 550 bis 700 Euro je Personentag, dazu onshore Projektleitung, Business-Analyse und fachlicher Auftraggeber mit zusammen einem Vollzeitäquivalent zu 1 100 bis 1 300 Euro. Nicht enthalten sind Betrieb, Lizenzen und Infrastruktur sowie die Mitwirkung der Fachbereiche für Workshops, Abnahmetests und Einführung.
Auch die tatsächliche Variante war nicht kostenlos: Sie hat rund zwei Monate der Arbeitszeit einer Person gebunden — zu einem Satz von 1 300 Euro je Personentag, dem oberen Ende der oben angesetzten Onshore-Sätze, ein Gegenwert von rund 55 000 Euro —, dazu Werkzeugkosten für die KI-Agenten von rund 1 000 Euro im Monat. Der Unterschied bleibt eine Grössenordnung; er wird hier nur vollständig gerechnet statt geschönt.
Vier Anwendungen, ein Verfahren
Investment Decision Lab
Anlegerprofilierung, regelbasierte Asset-Allokation, ETF-basierte Umsetzung mit vollständiger Durchschau, Stresstests, Gebührenanalyse, Monte-Carlo-Simulationen und historisches Backtesting.

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Portfolio Prompt Builder
Macht aus einem Anlageprofil in Sekunden einen strukturierten, unmittelbar verwendbaren Prompt für die strategische Asset-Allokation — mit hinterlegter Logik für Home Bias, Währungsabsicherung und ETF-Auswahl. Zwei Stufen: Basic für schnelle Ergebnisse, Pro zur Feinsteuerung nach Anlagemandat.
Warum so investieren — eine Reise mit dem Portfolio Prompt Builder
Interaktives Lernformat, das Anlegerinnen und Anleger an strategische Asset-Allokation, ETFs und Markt-Timing heranführt. Einstieg: „Alle wollen den Markt schlagen. Fast niemand schafft es.“
BICon Portfolio Steering
Steuerung von KI-, Digital- und Transformationsportfolios: Priorisierung, Stage-Gate-Governance mit Risikosignalen, Berichte für Geschäftsleitung und Aufsichtsgremien. Dazu Inventar und Klassifizierung nach EU AI Act. Mandantenfähig, rollenbasierte Rechte, durchgängiger Änderungsnachweis, zweisprachige Dokumenterzeugung.

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Kommerzielles Angebot.
Beiträge zu den Anwendungen — Funktionsumfang und Releases: bicon.li — Showcase Tools
Der Engpass ist nicht mehr das Programmieren
Über künstliche Intelligenz im Finanzsektor wird meist im Zusammenhang mit Effizienz, Automatisierung und neuen Beratungsmodellen gesprochen. Die eigentliche Verschiebung liegt woanders: darin, wie digitale Systeme überhaupt entstehen.
Die Fähigkeit, Wissen strukturiert zu formulieren, wird wichtiger als klassische Programmierkenntnisse. Volkmar Ritter gegenüber finews.ch, 12. Juni 2026
Fachlogik wird nicht mehr beschrieben und anschliessend von Entwicklern umgesetzt, sondern direkt in ausführbare Systeme übersetzt. Damit verschwimmt die Grenze zwischen Konzept, Modell und fertiger Anwendung — ein Investmentprozess wird nicht mehr dokumentiert, sondern unmittelbar in Betrieb genommen.
Für Banken, Vermögensverwalter und Beratungshäuser verschiebt sich der Engpass damit von der technischen Umsetzung hin zu Governance, Qualitätssicherung und Distribution.
Vier Rechnungen, die nicht mehr aufgehen
Ein einzelner Fall beweist keine Branche — vier Systeme von einer Person sind eine Beobachtung, kein Datensatz. Aber die Beobachtung genügt, um zu zeigen, dass die folgenden Rechnungen nicht mehr selbstverständlich aufgehen.
Wenn ein Vorhaben, für das nach üblichen Sätzen 0,6 bis 1,3 Millionen Euro und neun bis fünfzehn Monate eines Teams anzusetzen waren, von einer Person in Wochen gebaut wird, ändert das nicht nur ein Budget. Es zieht mehrere Annahmen mit, auf denen die Softwarewirtschaft seit Jahrzehnten ruht.
Nearshore und Offshore verlieren ihren Zweck
Ihr Wert war Kostenarbitrage auf die Umsetzung — dieselbe Arbeit, günstiger erbracht. Die Umsetzung ist nicht mehr der teure Teil. Damit fällt nicht der Preisvorteil weg, sondern der Gegenstand, auf den er sich bezog.
Der IT-Backlog verliert seinen grössten Posten
Seit dreissig Jahren eine feste Einrichtung jeder Organisation: die Liste der Anforderungen, für die keine Kapazität da ist. Zu einem grossen Teil war sie nie ein Priorisierungsinstrument, sondern die Verwaltung eines Mangels. Dieser Mangel verschwindet. Was bleibt, sind die Gründe, die nie an der Kapazität hingen — Abhängigkeiten, Datenlage, Zuständigkeiten. Der Backlog wird also nicht leer; er verliert seinen grössten Posten und damit seine gewohnte Rechtfertigung.
Make or Buy dreht sich um
Der Kauf von Standardsoftware hatte zwei Begründungen: Bauen ist teuer, und jemand anders trägt danach Wartung, Nachführung und Haftung. Die erste ist weggefallen, die zweite nicht. Wer ein Werkzeug lizenzierte, das zu achtzig Prozent passte, weil die fehlenden zwanzig Prozent als Eigenentwicklung nicht zu rechtfertigen waren, baut sie jetzt selbst. Und wo der Bedarf so speziell ist, dass kein Anbieter davon leben kann, fällt auch der zweite Grund weg — dort stellt sich die Kauffrage nicht mehr.
Knapp wird etwas anderes
Governance, Wartbarkeit, Vertrauen — und die Fähigkeit zu entscheiden, was überhaupt gebaut werden soll. Beim EU AI Act kehrt sich die Rechnung sogar um: Wer ein KI-System selbst baut, ist nicht mehr Betreiber, sondern Anbieter, und die Pflichten hängen am Anbieter. Selbst bauen macht die Regulierung nicht billiger, sondern teurer.
Seit Anfang 2026 läuft darüber eine Debatte unter dem Schlagwort „SaaSpocalypse“; die Bewertungen börsennotierter Softwareanbieter sind nach Branchenzahlen von rund dem Achtzehnfachen des Jahresumsatzes im Jahr 2021 auf etwa das Fünffache Ende 2025 gefallen. Geführt wird sie von Analysten, Investoren und Beratern — von Leuten, die selbst gebaut haben, hört man wenig.
Was KI nicht ersetzt hat
Gesunken ist der Preis dafür, aus einer Idee laufende Software zu machen. Die Zeit, die nicht mehr ins Schreiben von Code floss, ging in den Entwurf des Produkts, in das Lesen und Auslegen des EU AI Act, in die Definition von Governance- und Bewertungsmodellen, in das Prüfen, Verwerfen und Nachschärfen dessen, was die Agenten erzeugt hatten — und in tausende Architektur- und Produktentscheidungen.
They never got tired. They never complained. But they also never decided what should be built. Aus dem eigenen Werkstattbericht
Die automatisierten Tests sind in dieser Rechnung keine Nebengrösse, sondern die Kontrolle. Über alle Systeme stehen 50 765 Zeilen Testcode und mindestens 2 563 Testfälle gegen 192 643 Zeilen Anwendungscode — ein Verhältnis von 26 Prozent, im Investment Decision Lab 29, im Prompt Builder 63. Bemerkenswert ist nicht die Höhe, sondern dass dieser Posten unter Termindruck nicht gestrichen wurde — in handgeschriebenen Projekten ist er der erste, der fällt. Genau dieser Zielkonflikt entfällt. Die Tests sind der Grund, warum sich das Ergebnis prüfen lässt, statt ihm glauben zu müssen — und aus demselben Gedanken heraus erhalten Kunden Lesezugriff auf ein gepflegtes Repository ab dem ersten Tag: Wer nicht vertrauen will, soll nachsehen können.
Ohne Prüfung hätte davon nichts Bestand. Kein erzeugter Code ist ungeprüft geblieben — jede Zeile ist unmittelbar nach der Erstellung in ein Review gegangen, durchgeführt von KI-Agenten, dazu kamen gesonderte Reviews für Sicherheit und Due Diligence. Die Zahl der Durchgänge liegt in der Grössenordnung der Commits: über tausend je grosser Plattform. Diese Reviews haben Schwachstellen gezeigt. Behoben wurden sie alle; aber sie waren da, und ohne den Prüfschritt wären sie geblieben. Das ist der nüchterne Befund dieser vier Monate: Agenten liefern schnell und in Menge; ob das Ergebnis trägt, entscheidet sich im Review. Wer diesen Schritt weglässt, bekommt nicht dieselbe Software billiger, sondern eine andere.
Zur Kontrolle gehört ein zweiter Schritt. Beide grossen Plattformen hat nach der Fertigstellung ein KI-Agent selbständig durchgearbeitet und rezensiert — ohne inhaltliche Vorgabe von mir, unredigiert veröffentlicht, samt der kritischen Stellen. Eine unabhängige Prüfung durch Dritte ist das nicht, sondern ein offengelegtes Verfahren: Die Rezensionen stehen auf der Website des Anbieters, und es gibt sie, weil ich sie angestossen habe. Mehrere der dort benannten Lücken sind inzwischen geschlossen, ohne dass am Text etwas geändert wurde. Gebaut hat ein Agent, geprüft ein zweiter — entschieden habe ich.
Ein Teil davon ist auf einem Segelboot entstanden
Gearbeitet wurde an diesen Systemen zu einem erheblichen Teil nicht am Schreibtisch, sondern auf einem Segelboot am Bodensee. Die „Harbor Office“-Notizen auf LinkedIn halten das fortlaufend fest.
Das ist keine Randbemerkung, sondern gehört zur Sache. Ein Vorhaben dieser Grösse bindet klassisch ein Team, eine Planung und einen Betrieb, der Termine hält. Wer Fachlogik strukturiert, Ergebnisse prüft und entscheidet, braucht Ruhe, Konzentration und eine Verbindung, die ein paar Stunden hält. Der Ortswechsel macht sichtbar, was der Engpass heute ist — und was er nicht mehr ist.
Wer die Behauptung dieser Seite bestreiten will, findet hier den besten Ansatzpunkt. Entstanden ist das nicht nebenbei, sondern ortsunabhängig, in konzentrierten Arbeitsblöcken. Klassisch wäre ein Vorhaben dieser Grösse an einen Ort, ein Team und einen Kalender gebunden gewesen. Genau deshalb steht es hier.
My AI Coding Journey — die Beiträge
Übersicht: AI Coding Series · My AI Coding Journey Series
Bereits erschienen
Die nächste Disruption im Banking kommt aus der Softwareentwicklung
Über die selbst entwickelten Anwendungen und ihre Folgen für Banken, Vermögensverwalter und Berater. finews.ch hat den kommerziellen Bezug offen ausgewiesen.
Nächster öffentlicher Auftritt: 17. September 2026 an der Universität Liechtenstein, IT Crowd Club — „KI-Agenten für Business und Entwicklung“.
Für Redaktionen
Auf Anfrage, in der Regel am selben Tag: eine Vorführung der Systeme — persönlich in Vaduz oder per Video —, weitere Screenshots und ein Gespräch. Lesezugriff auf das Repository nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Kontakt steht unten.

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Bilder honorarfrei bei Nennung „Bild: BICon“. Originalauflösung auf Anfrage.
Volkmar Ritter
Dreissig Jahre Business- und IT-Beratung, davon fünfundzwanzig mit der eigenen Firma BICon in Vaduz — Beratung für die Finanzbranche an der Schnittstelle von Geschäft und Technologie. Verwaltungsrat und Universitätsdozent. Kein Entwickler von Beruf.
Das ist der Punkt, an dem sich diese Geschichte von den üblichen unterscheidet: Sie kommt nicht von jemandem, der am Anfang steht, sondern von jemandem, der drei Jahrzehnte lang genau solche Projekte beauftragt, geplant, budgetiert, in der Umsetzung geführt und verantwortet hat.