IT/Digital-Strategie für Finanzdienstleister

Eine IT/Digital-Strategie ist für einen Finanzdienstleister ist entscheidend, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und sicherzustellen, dass IT-Technologie und Innovationen effektiv zur Unterstützung der Geschäftsziele eingesetzt werden.

Die IT-Strategie bildet die technologische und organisatorische Grundlage, während die Digitalstrategie darauf abzielt, durch digitale Innovationen Wettbewerbsvorteile zu schaffen und das Geschäftsmodell eines Unternehmens zu transformieren. Beide Strategien sollten aufeinander abgestimmt sein, um den grösstmöglichen Nutzen für das Unternehmen zu erzielen.

Anbei die wichtigsten 10 Elemente, die in einer solchen IT/Digital-Strategie enthalten sein sollten:

Geschäftsstrategie

  • Geschäftsziele und Ausrichtung: Die IT/Digital-Strategie sollte direkt an den Geschäftszielen des Unternehmens ausgerichtet sein. Dies umfasst das Verständnis darüber, wie Technologie zur Erreichung dieser Ziele beitragen kann, z.B. durch Effizienzsteigerung, Kostenreduktion oder Erschliessung neuer Märkte.

IT-Strategie

Die IT-Strategie konzentriert sich primär auf die Informationstechnologie-Infrastruktur und Applikationen eines Unternehmens und wie diese verwaltet und optimiert werden, um die Geschäftsziele zu unterstützen.

  • IT-Architektur, Applikationslandschaft und Technologie-Roadmap: Eine klare Roadmap, welche technologischen Lösungen und Applikationen entwickelt oder implementiert werden sollen, um die Geschäftsziele zu unterstützen oder gar erst zu ermöglichen.
    Dies kann den Einsatz spezifischer Software für Finanzdienstleistungen, digitale Dienstleistungen von Partnern wie Banken, Cloud-Dienste oder fortgeschrittene Datenanalytik umfassen. Schlussendlich muss auch die Kommunikation dieser Systeme untereinander und nach aussen, resp. deren Schnittstellen definiert werden.
  • Datenmanagement und -analytik: Prozesse für die Sammlung, Speicherung, Validierung und Analyse von Daten, mit dem Ziel bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen und hochwertigere Dienstleistungen anzubieten. In diesen Bereich fällt auch die Thematik der Lizenzierung und Verwendung von Finanzdaten.
  • Infrastruktur und Technologie-Stack: Auswahl und Management der IT-Infrastruktur, die notwendig ist, um die Anwendungen und Daten effizient zu verwalten. Dazu gehört auch die Entscheidung zwischen On-Premise-, Hybrid- oder Cloud-Lösungen. Auch die Definition des digitalen Arbeitsplatztes inkl. benötigter Remote Möglichkeiten (Stichwort Homeoffice) wird hier definiert.
  • Sicherheit und Compliance (IKT-Risiken): Gerade im Finanzsektor sind IT/Datensicherheit und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (wie GDPR, DORA, etc.) von grösster Bedeutung. Die IT-Strategie muss Massnahmen zur Risikominderung und zum Schutz kritischer Daten und Infrastrukturen umfassen.
  • Organisation und Finanzen: Festlegung wie die interne IT organisiert ist. Des Weiteren soll definiert werden wie Projekte organsiert und durchgeführt werden. Im Bereich Finanzen geht es darum die Prozesse zum Projektportfolio Management sowie zum IT-Budget/Investitionsplan und dessen Controlling festzulegen.
  • Partnerschaften und Technologielieferanten: Auswahl und Management von Partnerschaften mit Technologieanbietern und anderen Finanzdienstleistern, um innovative Lösungen zu entwickeln oder bestehende Angebote zu erweitern. In diesen Bereich fallen auch allfällige Make or Buy Entscheide.

Digitalstrategie

Die Digitalstrategie bezieht sich auf die Nutzung digitaler Technologien, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen und die Geschäftsmodelle zu transformieren. Sie betrifft nicht nur die IT-Abteilung, sondern das gesamte Unternehmen. Das Ziel einer Digital-Strategie ist nicht nur die Kundenschnittstelle digital auszugestalten wo nötig und sinnvoll, sondern speziell Effizienz- und Automatisationspotentiale entlang der ganzen Wertschöpfungskette auszuschöpfen. Schlussendlich soll sie dem Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten aufzutun, welche durch digitale Innovationen erst ermöglicht werden.

  • Digitalisierung und Automatisierung: Integration digitaler Innovationen und Technologien in die operativen Prozesse, um Effizienz konsequent zu steigern und manuelle Fehler zu reduzieren. Entscheidend ist dabei nicht die reine Automatisierung bestehender Abläufe, sondern ein grundsätzlicher Prozess-Redesign ("End-to-End" und kundenorientiert): Prozesse sollten wo sinnvoll komplett neu gedacht, vereinfacht und standardisiert werden. Automatisierungspotenziale liegen insbesondere in der Datenverarbeitung und Abwicklung (Straight-Through Processing), in der Beratung, im Produktmanagement, im Kundenservice sowie in Compliance- und Kontrollprozessen.
  • Innovationsförderung und Management: Förderung einer Kultur der Innovation innerhalb des Unternehmens, um kontinuierliche Verbesserungen und die Anpassung an sich schnell ändernde Technologien zu ermöglichen. In diesen Bereich fällt auch das Beobachten neuer Technologien, IT Trends und Innovationen hinsichtlich besserer Unterstützung der Geschäftsprozesse sowie Erschliessung neuer Geschäftsfelder. Schlussendlich fällt auch die Entwicklung neuer digitaler Produkte oder Dienstleistungen in diesen Bereich.
  • Talentmanagement und Ausbildung: Investitionen in die Ausbildung und Entwicklung des Personals in IT-, Sicherheits- und Digital Themen sowie in die Anwerbung von Talenten, die über Wissen in den relevanten Technologien und im Finanzsektor verfügen und diese Domänen auch miteinander verbinden können (Schnittstellenfunktionen zwischen IT und Business).

Diese Elemente bilden die Grundlage für eine effektive IT/Digital-Strategie, die speziell auf die Bedürfnisse und Herausforderungen eines Finanzdienstleisters zugeschnitten ist.

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